TSV: Pohlmann - Strathoff, von Domaros, Gözsüz, Reuter - Dundar, Wellmeyer - Biegel, Dreichel (83. Güney), Remmert (81. Fischer), Rustige (72. Jashari)
Tore: 0:1.Biegel (52.), 0:2.Dreichel (54.), 0:3.Dreichel (70.)
Westfalenblatt Gütersloh
Plötzlich Siebter nach 3:0-Sieg im B 64-Derby
Victoria Clarholz stürzt den Delbrücker SC in die Krise
Drei Wochen und nur zwei Spieltage ist es her, dass die Fußballer von
Victoria Clarholz als Drittletzter auf Platz 14 der
Westfalenliga-Tabelle in der Abstiegszone zuhause gewesen sind. Seit
gestern ist das Team von Frank Scharpenberg um einen prestigeträchtigen
Auswärtssieg reicher und nach dem 3:0 (0:0) beim Delbrücker SC plötzlich
sogar schon Tabellensiebter.
Durch den Erfolg im B 64-Derby »um die Ecke« haben die Clarholzer
mit 21 Punkten und 26:28 Toren vier Zähler Abstand zwischen sich und die
gefährliche Zone gebracht. Dafür benötigt der Holzhof-Klub beim
Wiedersehen mit Ex-Trainer Carsten Droll und zwischen einigen
»Ehemaligen« beiderseitig aber einen langen Atem und auch etwas Glück.
Als der Ex-Clarholzer Eugen Dreichel allein auf Gästecoach Pohlmann
zusteuert und fällt, bleibt der Pfiff aus. Während Clarholz'
Pressesprecher Marc Borgmann (»Fifty-fifty, man kann, aber muss ihn
nicht geben«) sich nicht festlegt, steht für Droll fest: »Das war ein
klarer Elfer.« Der Schiri gibt ihn nicht und dann schlägt die
Scharpenberg-Elf vor 180 Zuschauern per Doppelschlag zu: Timo Biegel
erobert sich den Ball an der Mittellinie und schließt ein furioses Solo
mit dem 1:0 (48.) ab. Nur eine Minute später sorgt Andreas Dreichel nach
Hackenvorlage von Lars Remmert für das 2:0 (49.). Mit dem Abstauber zum
3:0 (70.) krönt der Ex-Delbrücker Dreichel eine starke Vorstellung.
Neue Westfälische Gütersloh
Den Gegner zu Boden geschickt
Fussball: Westfalenligist Victoria Clarholz siegt beim Delbrücker SC mit 3:0
Der TSV Victoria Clarholz hat zum Abschluss der Vorrunde in der
Fußball-Westfalenliga ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Mit einem
3:0-Sieg beim Delbrücker SC ist die Mannschaft von Trainer Frank
Scharpenberg gleich um vier Plätze auf den siebten Rang vorgeprescht.
"Heute
bin ich richtig zufrieden mit der Leistung der Mannschaft",
kommentierte Scharpenberg den Auftritt seiner Elf. Das galt auch schon
für de 1. Halbzeit, in der die Gäste das Spiel lediglich kontrollierten
und trotz zweier eigener vager Möglichkeiten torlos blieben. Auf der
anderen Seite ließ die Victoria aber auch nur eine Chance durch
Delbrücks Angreifer Eugen Dreichel zu.
Mit
dem Treffer zum 0:1 durch Timo Biegel, der seinem Gegenspieler den Ball
erst clever abluchste und dann ebenso abgeklärt abschloss (51.), passte
auch die Chancenverwertung. Zum 0:2 traf der Clarholzer Dreichel nur
zwei Minuten später. Andreas, prima von Lars Remmert eingesetzt, stürzte
die Gastgeber mit diesem Doppelschlag von einer Verlegenheit in die
andere. Die Gäste hatten gegen einen fortan erschreckend desolat
auftretenden Delbrücker SC leichtes Spiel. Nach Andreas Dreichels
Treffer zum 0:3 (70.) vergaben Timo Biegel (2), Martin Wellmeyer, und
Dreichel weitere Großchancen, um den Gegner noch mehr zu demütigen. In
der Schlussphase durften mit Dennis Fischer und Engin Günej sogar noch
zwei A-Junioren Spielpraxis sammeln.
Die Glocke
Victoria siegt und bleibt bescheiden
So schnell kann es gehen. Noch vor zwei Spieltagen waren Druck
und Abstiegsangst riesengroß. Jetzt, zwei Siege später, ist Victoria
Clarholz schon Siebter in der Fußball-Westfalenliga. Bei aller Freude
über den überraschend souveränen 3:0-Erfolg des Teams von Frank
Scharpenberg beim SC Delbrück gab es am späten Sonntagnachmittag nur ein
Motto: die Momentaufnahme genießen, aber bitte, bitte nicht abheben.
Victoria-Sprecher Marc Borgmann wollte so
auch gar nicht auf die aktuelle Tabellensituation gar nicht eingehen:
„Wir freuen uns, dass wir da stehen, wo wir stehen. Aber jetzt fahren
wir nächste Woche nach Gievenbeck und versuchen, auch dort zu punkten.“
Clarholz bleibt also bescheiden, ist in Sachen Klassenerhalt aber
dennoch auf einem guten Weg.
Diesen klaren Erfolg bei einem der
direkten Konkurrenten, dazu auch noch trainiert vom ehemaligen
Victoria-Trainer Carsten Droll, verdienten sich die Gäste hauptsächlich
durch einen richtig starken Auftritt im zweiten Durchgang. „Die erste
Halbzeit war noch ausgeglichen, aber die zweite ging ganz klar an
Clarholz“, bilanzierte Borgmann.
Zwar hatte die Victoria bereits vor der
Pause die eine oder andere gute Szene, effektiv wurde es aber erst nach
dem Seitenwechsel. Ein wenig Glück war zuvor auch dabei. Denn in Minute
25 bremste Torhüter Julian Pohlmann Delbrücks Eugen Dreichel im
Strafraum aus. Hätte Elfmeter geben können, gab es aber nicht.
Und so folgte in der zweiten Hälfte die
Offensiv-Show von Victoria Clarholz. Die Hauptdarsteller: Timo Biegel,
der kurz nach Wiederanpfiff, zur Führung traf, und Andreas Dreichel. Der
Bruder des oben genannten Eugen sorgte mit seinen beiden Toren in der
49. und 72. Minute endgültig für klare Verhältnisse.
Westfalenblatt Paderborn
Droll leidet weiter: sieben Spiele sieglos
Westfalenliga: Siegel leitet Delbrücker 0:3-Niederlage ein
Jetzt sind es nur noch sechs Tore, die den Delbrücker SC von einem
Abstiegsplatz in der Westfalenliga trennen. Das gestrige 0:3 (0:0) gegen
Victoria Clarholz war bereits das siebte sieglose Spiel des DSC in
Folge.
Den Willen kann man den Delbrückern nicht absprechen, doch
viel läuft bei der so gut in die Saison gestarteten Mannschaft von
Trainer Carsten Droll nicht zusammen. Das Team hat kein Selbstvertrauen,
macht in der Defensive unglaubliche Fehler, hat in der Offensive kaum
Ideen und das nötige Quäntchen Glück hat die Elf auch nicht.
So wie in Minute 25. Da steuerte Eugen Dreichel allein auf das
Clarholzer Tor zu, umspielte noch Victorias Schlussmann und fiel. Der
Schiedsrichter sah eine Schwalbe und zeigte Dreichel die Gelbe Karte,
Droll beurteilte diese Schlüsselszene völlig anders: »Das war ein klarer
Elfmeter.« Droll nannte den Clarholzer Schlussmann als Kronzeugen (»Er
hat den Kontakt zugegeben«) und fügte noch hinzu: »Heute war mir klar,
dass der, der das erste Tor schießt, auch als Sieger vom Platz geht.«
Mit dieser Einschätzung lag Droll auf jeden Fall richtig. Die Gäste
trafen zwar erst in Durchgang zwei, dann aber innerhalb von 60 Sekunden
doppelt – und dabei tatkräftig unterstützt von den Hausherren. Beim 0:1
(52.) durch Timo Biegel verlor Rechtsverteidiger Ole Siegel den Ball an
Biegel und leitete damit die Niederlage ein. Biegel traf auch noch ins
Torwarteck und deshalb sah hier auch Thomas Bauer nicht gut aus.
Delbrücks Nummer 1 bereitete mit einem Abschlag genau in den Fuß von
Lars Remmert das 0:2 (53.) vor. Remmert leitete den Ball sofort mit der
Hacke auf Andreas Dreichel weiter und der entschied die Partie. »Für
diese Niederlage trage ich die Verantwortung. Das ist mein Ding, damit
hat der Trainer nichts zu tun«, klagte sich DSC-Kapitän Siegel nach der
Partie selbst an und versuchte damit, seinen Coach aus der Schusslinie
zu nehmen. Das fand Droll »ganz nett«, sagte aber auch: »Darüber immer
wieder zu reden, hilft uns nicht weiter. Diese Böcke müssen wir endlich
abstellen.«
Den Schlusspunkt setzte Andreas Dreichel mit dem 3:0 (70.), damit
krönte der Ex-Delbrücker und Bruder von Eugen seine gute Vorstellung.
Droll versuchte im zweiten Abschnitt alles, löste die Viererkette auf
und brachte mit Manuel Eckel auch seinen Top-Torjäger. Doch das half
nicht mehr. Auch Eckel, der zurzeit berufsbedingt nur sehr eingeschränkt
trainieren kann und deshalb zunächst auf der Bank saß, konnte nach
seiner Einwechslung das Spiel nicht mehr drehen.
Einmal muss der DSC in diesem Jahr noch antreten, am Sonntag kommt
Schlusslicht Coesfeld. Droll sehnt aber schon die Pause herbei, hofft
auf die Rückkehr seiner verletzten Spieler, eine gute Vorbereitung und
verspricht: »Dann folgt ein Neustart.«
Neue Westfälische Paderborn
Delbrück ist im falschen Film
DELBRÜCKER SC: 0:3-Niederlage gegen Victoria Clarholz der nächste Tiefschlag
Und täglich grüßt das Murmeltier, heißt ein Film aus dem Jahr 1993, in
dem der Schauspieler Bill Murray einen Tag immer wieder erlebt. Bezogen
auf die bisherigen Westfalenligaspieltage steckt der Delbrücker SC seit
Wochen in der gleichen Dramaturgie. Bemüht, eine Riesenchance wird
vergeben und dann jubelt der Gegner. So wie nun beim 0:3 (0:0) zu Hause
gegen Victoria Clarholz.
"Das
ist Kopfsache, weil uns immer die gleichen Fehler passieren. Wir
sprechen sie an, jeder ist einsichtig und es läuft wieder falsch", fand
Delbrücks Trainer Carsten Droll klare Worte. Er hatte Torjäger Manuel
Eckel auf der Bank gelassen und Nachwuchstürmer Patrick Kurzen
aufgestellt. Der machte seine Sache gut. Die Situation ist deshalb
schwer, weil dem Team mangelnder Einsatz nie vorzuwerfen ist. Genau da
liegt das Problem. Mehr als Einsatz zeigt Delbrück derzeit nicht. Der
DSC ging als Dreizehnter ins Spiel, die Gäste hatten als Zwölfter auch
keine breite Brust. Sie waren aber mutiger, ballsicherer und offensiv
konsequent. Bereits in den ersten 20 Minuten vergaben sie zwei Chancen.
Auch der DSC hatte eine. Eugen Dreichel lief allein auf den Clarholzer
Torwart zu und fiel. Schiedsrichter Kiala entschied auf Schwalbe und zog
Gelb (29. Min.). Proteste gab es kaum. Nach der Pause vertendelte Ole
Siegel den Ball, was Clarholz nutzte (52.). Dann schoss DSC-Torwart
Thomas Bauer zu kurz ab und die Gäste erhöhten auf 0:2 (54.). Das 0:3
ist Nebensache (68.). "Ich nehme das Spiel auf meine Kappe", stand
Siegel zu seinem Fehler, was Droll nichts nutzte. "Ole ist ein guter
Kapitän, er übernimmt Verantwortung. Das ist charakterlich super, hilft
aber nicht."
So
leicht wie Bill Murray, wird der DSC nicht erwachen. "Mir wäre jetzt
die Winterpause recht. Wir müssen durchatmen", sagt Droll.